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Heutzutage haben wir uns darauf eingependelt mindest dreimal pro Tag zu essen, Kühlschrank und Supermärkten sei Dank. Insbesondere in unserer modernen westlichen Gesellschaft haben die meisten Menschen noch nie einen einzigen Tag ohne Nahrungsaufnahme hinter sich.

Allerdings wirft ein Blick auf die evolutionäre Vergangenheit des Menschen die Frage aus ob dieser ständige Nahrungskonsum wirklich das beste für unseren Körper ist. Evolutionär hat sich unser Körper auf das regelmäßige Fasten eingestellt, da unsere Steinzeitvorfahren eben manchmal auch nicht erfolgreich bei der Jagd waren. Die dauerhafte Verfügbarkeit von Nahrung ist eine so neue Entwicklung, dass sich der menschliche Körper keinesfalls in diese Richtung weiterentwickeln konnte. Genetisch gesehen sind wir eben immer noch Steinzeitmenschen, da evolutionäre Prozesse Jahrtausende an Zeit benötigen. Und der Ernährungs Rhythmus unserer Urahnen war eben von regelmäßigen Fastenperioden geprägt.

Aus dieser Perspektive betrachtet ist es nicht allzu verwunderlich, dass mehr und mehr wissenschaftliche Studien zu dem Schluss kommen, dass das regelmäßige Fasten enorme Gesundheitsvorteile bietet. Der regelmäßige Verzicht auf Nahrung entlastet den Körper und macht ihn stärker, ähnlich wie regelmäßiges Gewichtheben die Muskeln stärkt.

Leider zeigen aktuelle Studien, dass zunehmend weniger gefastet wird.

Noch vor knapp 50 Jahren war es vollkommen normal, das Menschen tagsüber mehrere Stunden fasteten. In den 70er Jahren aßen die meisten Menschen Frühstück, Mittagessen, Abendessen, und sonst nichts. Zwischen diesen Mahlzeiten wurde gefastet.

Heutzutage dagegen vergeht kaum eine Stunde ohne, dass Kalorien konsumiert werden. Während 1970 pro Tag im Durchschnitt 3 Mahlzeiten pro Tag konsumiert wurden, sind es heutzutage knapp 6.1)

Mehr Informationen zur Historie des Fastens sind hier zusammengetragen.

Welche Arten des Fastens gibt es?

Es gibt keine Norm wie lange gefastet werden sollte. Es gibt Varianten des Fastens bei denen nur wenige Stunden gefastet wird, andere bei denen mehrere Wochen gefastet wird, und so ziemlich alles dazwischen.

Die wohl bekannteste Form des Fastens ist das Heilfasten. Dabei wird über mehrere Tage vollständig oder teilweise auf Kalorien verzichtet. Allerdings fährt der Körper bei dieser Form des Fastens den Stoffwechsel extrem herunter, sodass der Körper nur noch begrenzt leistungsfähig ist.

Dies kann durch das sogenannte Intervallfasten verhindert werden. Hierbei wird dem Körper regelmäßig Nahrung zugeführt sodass er nie vollständig in den „Notmodus“ schaltet. Die bekanntesten Varianten des Intervallfastens

  • Das Fastentag-Protokoll, bei dem man an einem oder mehreren Tagen pro Woche auf jede Nahrung verzichtet.
  • Das tägliche Fasten-Protokoll, bei dem man jeden Tag für bis zu 16 Stunden fastet und nur in den verbleibenden Stunden Nahrung konsumiert. Die beliebteste Zeit zum Fasten ist hierbei von 18 Uhr Abends bis 12 Uhr Mittags. Gegessen werden darf also nur in den 6 Stunden zwischen 12 Uhr und 18 Uhr.

Eine dritte Variante des Fastens ist das sogenannte Konsumfasten. Hierbei wird über einen festgelegten Zeitraum auf bestimmte Aktivität wie die Benutzung des Handy oder auch das Autofahren verzichtet.

Welche Vorteile hat das Fasten?

Der auffälligste Effekt des Fastens ist eine gesteigerte Konzentrationsleistung während der Fastenperioden. Der Grund hierfür ist, dass der Körper in dieser Zeit keine Energie und kein Blut für die Verdauung benötigt und somit das Gehirn optimal versorgen kann. Außerdem macht es evolutionär gesehen Sinn, dass der Körper in „Krisenzeiten“, in denen die Nahrung knapp ist, leistungsfähiger ist.

Der zweite auffällige Effekt ist der Gewichtsverlust. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Einerseits ist es schwer in der kürzeren Essphase (beispielsweise von 12 Uhr bis 18 Uhr) genauso viele Kalorien zu sich zu nehmen wie sonst. Andererseits führt der Verzicht auf jede Nahrung nach 18 Uhr dazu, dass keine ungesunden Snacks mehr konsumiert werden, da die in der Regel Abends vor dem TV gegessen werden. Außerdem wird durch das regelmäßige Fasten der Blutzuckerspiegel besser reguliert, sodass man weniger Heißhunger bekommt und in der Regel rechtzeitig aufhört zu Essen.

Zu diesen Vorteilen des intermittierenden Fastens kommen noch eine Reihe von Langzeiteffekte die aktuell sehr intensiv in der Medizin untersucht werden. Beispielsweise gibt es Hinweise darauf, dass durch das intermittierenden Fasten:

  • der Blutzuckerspieler derart besser reguliert wird, dass Probleme wie Akne oder auch Depressionen deutlich gemindert oder vollständig verschwinden können.2)
  • Bluthochdruck gesenkt wird.3)
  • der Cholesterinspiegel besser reguliert wird.4)
  • Nervenerkrankugen und Herzerkrankungen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit auftreten.5)

Ausführliche Informationen zu Studien rund um das Thema Fasten gibt es hier.

Welche Tipps gibt es für Anfänger, die Fasten ausprobieren wollen?

Aller Anfang ist schwer. Insbesondere wenn man noch nie gefastet hat, knurrt während der ersten Fastenperioden der Magen unglaublich laut. Innerhalb kürzester Zeit legt sich das Ganze aber schnell und man verspürt keinerlei Hungergefühl mehr während der Fastenperioden.

Für Kaffeetrinker ist es deutlich einfach die Fastenzeit durchzuhalten wenn weiterhin Kaffee getrunken wird, da man sonst zusätzlich zum Hunger mit starken Kopfschmerzen kämpfen muss.

Wichtig ist außerdem, dass das intermittierenden Fasten keinesfalls mit einer „Nulldiät“ gleichzusetzen ist. Stattdessen wir prinzipiell genauso viel Nahrung konsumiert wie normal, nur eben nur während eines fest begrenzten Zeitrahmens.

Weitere Tipps zum Fasten werden hier gesammelt.

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start.txt · Zuletzt geändert: 2018/09/20 10:43 von Jakob Berg